Der Startpunkt meiner heutigen Tour ist Losheim am See.
Gleich zu Anfang begegnet mir schon ein verlockendes Angebot: Ich könnte in die Museumseisenbahn Losheim am See einsteigen, das Rad mitzunehmen ist hier sogar kostenfrei.
Ich widerstehe und steige nicht ein. Aber einen Blick werfe ich schon noch in den Lokschuppen und die Werkstatt. Hier befindet sich gerade ein Packwagen und die zweite Dampflok in der Aufarbeitung. Jetzt aber los durch den Wald über Hausbach erreiche ich Mettlach. Direkt an der Saar liegt der Firmensitz von Villeroy & Boch. Ohne Eugen von Boch (1809-1898), der frühere Unternehmer des Weltkonzerns, wäre das Saarland heute um einige Attraktionen ärmer. Eugen von Boch war nicht nur Unternehmer, Forscher und Sammler. Er war auch jemand, der versuchte Historisches zu bewahren. Er setzte sich beispielsweise für den Erhalt des Alten Turms  ein, sein Vater wollte ihn einst abreißen lassen. Dieser gilt heute das älteste sakrale Gebäude des Saarlandes.  Beim römischen Mosaik legte er sogar selbst Hand an, damit es bis heute in seiner Form bewundert werden kann. In Mettlach lohnt es ein Einkauf in den Qutlet Stores, wenn man nicht gerade,wie ich jetzt,mit dem Rad unterwegs ist.

Höhenmeter leicht überwinden
Ich sehe wie Einige ihr Fahrrad auf den Anhänger des neuen Saarschleifenbusses laden. Wisst ihr was, das mach ich jetzt auch. Rad einladen, Ticket bezahlen und auf geht`s. Durch die angenehme Busfahrt mit dem Saarschleifenbus spar ich mir doch die Strecke von Mettlach über Saarhölzbach, Taben-Rodt bis nach Orscholz. Der Bus überwindet besonders den steilen Anstieg von der Lohmühle an der Saar aus bis nach Taben-Rodt. 250 Höhenmeter! Die Strecke mit dem Saarschleifenbus zu bewältigen ist also sowas von leicht!

Leicht war früher die Arbeit eines Flößers nicht. So war Saarhölzbach einst Zentrum der Flößer. Bis heute gibt es dort noch Rinnen an denen man erkennen kann, wo die Stämme in die Saar gelassen wurden und diese sogar bis nach Rotterdam geflößt wurden. In Saarhölzbach ist übrigens die handgeschnitzte Kanzel der Kirche St. Antonius besonders wertvoll und sehenswert.

 

Entstanden vor Jahrmillionen Jahren

Burg Montclair ,Foto: J.Hahn/Kulturstiftung Merzig-Wadern

An der Haltestelle Orscholz steige ich dann aus dem Bus aus. Obwohl ich sie schon so oft gesehen habe, erfreut mich ihr Anblick immer noch. Ich spreche natürlich von der  Saarschleife. Die Saar hat sich hier im Devonzeitalter durch das Taunusquarzit gegraben und sich um das felsige Hindernis in einer 180-Grad-Schleife gebogen. Ein Geheimnis von der Saarschleife erfahrt ihr hier. Auf dem Bergrücken innerhalb der Saarschleife bauten die Kelten schon zirka 500 v.Ch. eine burgähnliche Anlage. Die heutige Burg Montclair wurde 1439 fertiggestellt. Sie gehörte mehreren Adelsgeschlechtern und verlor im Laufe der Jahrhunderte dann immer mehr an Bedeutung.

Äpfel, Birnen, Mirabellen

Saarländisches Brennereimuseum, Foto: W. Götzinger, Saarschleifenland Tourismus GmbH

Mein nächster Stopp ist Tettingen-Butzdorf auf dem Weg nach Perl an der Mosel. Im dortigen Saarländischen Brennereimuseum erfährt man wie aus Obst hochprozentiger Genuss wird. In zwei Räumen stellt Alois Becker rund 50 Destillen aus Deutschland und dem benachbarten Frankreich aus. Das Museum veranschaulicht eindrucksvoll, wie sich die Herstellung von Schnäpsen und Edelbranntweinen seit 1650 entwickelt hat. Hinzu kommen Obstmühlen, eine alte Schraubverschluss- und eine Flaschenspülmaschine. Hier wird aber nicht nur Schnaps hergestellt, sondern auch Apfelmost und Viez. Dementsprechend ist die Landschaft  vom Obstanbau geprägt. Ich stärke mich jetzt nicht mit einem Schnaps, sondern ein leckerer Apfel gibt mir die notwendige Kraft zum weiterradeln.

Römisches Mosaik, Foto: W. Götzinger, Saarschleifenland Tourismus GmbH

Wundervolle Steinchen neben Steinchen

Annähernd 3 Millionen Steinchen wollen nun bewundert werden. Die Rede ist von dem imposanten römischen Mosaikfußboden Nennig. Er zählt zu den bedeutendsten, überregional herausragenden archäologischen Denkmälern des Saarlandes. Mit seiner imposante Größe von 160 m² ist er das größte Mosaik, das bisher nördlich der Alpen gefunden wurde. Sechs achteckige Bildfelder stellen Tierhatzen und Schaukämpfe dar, das siebte und größte Bild in quadratischem Format zeigt den blutigen Kampf zweier Gladiatoren. Entdeckt wurde es zufällig 1852 von einem Landwirt. 1854 baute man einen Schutzbau über das Mosaik, der noch heute in Funktion ist. Er zählt übrigens zu den ältesten Beispielen musealer Architektur in Deutschland.

Zieleinfahrt

Zieleinfahrt: Weinberge rund um Perl, Foto: Eike Dubois

Landschaftlich wunderschön, das Tal an der Mosel mit seinen Weinhängen.  Ich radele links der Mosel auf dem Leinpfad an einem Campingplatz durch das Naturschutzgebiet „Pferdemosel“.  Am gegenüberliegenden Ufer liegt Luxemburg. Vor dem Ort Besch biege ich rechts zum Fluß hin ab. Ich erreiche mein Ziel, die Weinbaugemeinde Perl. Hier kehre ich nun ein – auch gerne über Nacht im Hotel- Restaurant Zur alten Maimühle, Genusspartner, der Genuss Region Saarland. Übrigens in deren Vinothek, kann man alle Weine der Region kosten.