Nein, sorry den Biber schreibt man nicht mit “ie” und ich meine auch nicht Justin Bieber sondern den echten Biber. Startpunkt meiner weiteren „ Ich wandere mit Frank und werde schl…” Tour ist der Parkplatz an der Einmündung des Schullandheimes in Berschweiler, der Biberburg.

Frank und ich sind früh hier, Nebel und Dunst liegen in der Luft, es geht in den Wald. Mein Ziel ist klar, ich seh heut einen Biber!

Frank winkt ab. Er meint, wenn wir Glück haben, finden wir im Reich des Bibers einige Spuren, aber es wäre eher unwahrscheinlich. Derzeit leben ca. 600 Biber im Saarland. Da wird doch irgendeiner unterwegs sein! Ja, auch ich weiß der Biber ist eher nachtaktiv. Nun gut, auch mein Ziel „ ich wandere mit Frank und werde schlank” ist kniffelig aber nicht unmöglich. Voll motiviert bin ich schließlich, beides wird gelingen!

An meiner Seite ist Justin, quatsch Frank und wir wandern den  Biberpfad, der derzeit längste Premiumwanderweg des Saarlandes. Schnell ist mein Kreislauf auf Hochtouren, denn es geht direkt in den Wald und immer aufwärts. Wir gehen an Pacouren vorbei, die für Bogenschießer bereitgestellt, vorbei an kunstvollen Holzskulpturen.

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Wir erreichen die erste Anhöhe. Im Nebel liegend sehe ich ihn, meinen Wunderberg. Auch die höchste Stelle des Biberpfads 401mü.NN passieren wir. Seit fast zehn Jahren gibt es den Biber hier wieder, davor rund 150 Jahre nicht. Im Rahmen der Illrenaturierung unter dem “Projekt „Berti der Biber“ kamen sie zurück. Sag mal Frank, was ist denn dein Lieblingstier? Er lacht, aber verrät seins nicht! Meins- also heute- ganz klar, der Biber! Ich bin schließlich heute ausschließlich dem Biber auf der Spur.

Da Biber nicht fliegen können, richte ich meinen Blick überwiegend zu Boden, ich bin entzückt: von dem was der Waldboden an Kunst so zu bieten hat.

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Was ich sehe ist ein Pilz neben dem anderen. Einer origineller als der Andere. Hier ist sie meine Galerie der Pilze. Frank meint, ich soll nicht immer ans Essen denken- mach ich gar nicht, ich suche den Biber!

 

Biber

Der Biber ist im Herbst aktiv, weil er sich Fettvorräte für den Winter anlegt. Auch meine Vorratskammer ist gut gefüllt. Äpfel, Kartoffeln, Marmeladen, Gelees und auch meine Süßigkeitenschublade. Ein Kaugummi hätte aktuell Probleme einen Platz zu finden. Zahnschmerzen wegen ungesundem Verzehr kennen die Bieber nicht, ihre Zähne wachsen immer wieder neu. Ärger mit bleibenden Zähnen kennen sie definitiv nicht. Der Winter kann kommen.

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Ob die Biber, auch schon alles winterfest gemacht haben? Das sehen wir im Reich der Biber:  Der Biber verändert durch sein Bauen die Landschaft, denn durch sein Einwirken verändert er den Wasserstand. Durch das Überfluten und Absinken des Wasserspiegels sehe ich eine naturbelassene Auenlandschaft, Weiher, Tümpel, abgeschnittene Wasserläufe, Gebüsch und Waldstrukturen.Der ein oder andere Baum liegt quer, der Biber ist ein richtiger Holzfäller. Natürlich fällt er die Bäume nicht, weil es ihm Spaß macht, sondern er baut sich eine Burg und im Winter ist er angewiesen auf die köstliche Baumrinde. Da erinnert er mich an die Fledermaus des großen Mausohrs und den Saarländern. Auch die Biber bauen sich ihr Haus schön, der ein oder andere Biber ist aber auch bescheiden und glücklich in seinem heimeligen Uferloch. In ihrem zu Hause leben sie mit ihrer gesamten Familie. Mama und Papa Biber sind sich meist ein Leben lang treu, sie bekommen jedes Jahr in der Regel 1-3 Babys. Das Leben der Biber hört sich sehr harmonisch und romatisch an.

Ich stelle mir gerade vor „ Ich wandere mit Justin Bieber, Hand in Hand,

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alles ganz schön romantisch.

Fan hinter dem Baum

In Äscht, wäre dies sicher nicht der Fall: Hinter jedem Baum wäre ein verrückter Fan und die Presse wäre sicher auch vor Ort. Da ist mir “mein” Frank wirklich lieber.

Es ist ein Wandern im Laub und Fichtenwald. Die Blätter sind bunt, wir wandern stets auf und ab. Auf den Anhöhen erfreut mich der Blick in die Ferne. Fünf Anhöhen haben wir bereits geschafft. Frank nimmt auf mich hier und da Rücksicht, denn der Weg hat es an manchen Stellen echt in sich. So meint er doch auch tatsächlich, es gäbe die Möglichkeit jetzt für mich den Weg abzukürzen. Er dürfe das nicht aber ich doch sicherlich! Nein Frank, so schnell gebe ich nicht auf, schließlich sind es nur noch drei Kilometer bis zum Ziel und wir erreichen doch jetzt gerade den tiefsten Punkt der Tour. Meine Entscheidung wird belohnt. Hier duftet es nach Apfel, wir kommen am Keltenhaus in Berschweiler vorbei. Dort wird gerade gekeltert. Wir linsen herein, die Kelterer freuen sich und winken uns rein. Sie füllen zwei Gläser und servieren uns ihren frisch gekelterten Apfelsaft. Da sagen wir nicht nein, das ist  Berschweiler Apfelsaft, sehr fein! Eine knappe Stunde später haben wir unser Auto wieder erreicht.

Fazit: Ich kam hier richtig ins Schwitzen: 650 Höhenmeter auf knapp 19 Kilometer sind anstrengend! Ich spüre meine Wadenmuskeln…, ich und Muskeln, super ich werde schlank! Und diese Pilze, das Kerbtal, bunte Blätter, frischer Apfelsaft- super- nur leider heute kein Biber!

Lieber Biber, ich verzeihe dir heute!
Sicher, hast du eine Entschuldigung parat, warum du nicht da warst auf dem Biberpfad!
Vielleicht hattest du Fieber? Gute Besserung, Biber!

Und ich, ich komme wieder, vielleicht auch mit Justin,
nein doch lieber wieder mit Frank
und dann seh ich dich, mein lieber Biber!