Ich habe eine Sehnsucht nach Frieden.

Ein jeder hat diese Sehnsucht, so hoffe ich zumindest. Man wünscht sich Frieden in den Familien, auf dem Arbeitsplatz, in unserer Gesellschaft, weltweit wünschen wir uns Frieden. Und zudem, wer will ihn nicht, den inneren Frieden! Mit meiner Sehnsucht nach Frieden verbinde ich sofort auch das Lied „Ein bisschen Frieden“ Somit ist glasklar: Ich muss NICOLE, unsere NICOLE, treffen.

Letzte Woche war es soweit. Ich traf sie im Café Kostbar am Bostalsee.

Heute ist es soweit: Ich treffe Nicole am Bostalsee

Heute ist es soweit: Ich treffe NICOLE am Bostalsee

Wisst ihr noch? Sicher wart ihr auch Live dabei?

Am 24. April 1982: Wir, ich, alle saßen wir vereint, ich glaube das ganze Saarland, ganz Deutschland, hoffnungsvoll vor dem Fernseher. In unserem Wohnzimmer hieß es abwechselnd. „Diesmal schaffen wir es.“ Ich dachte dabei wieso WIR? Wenn dann schafft sie es alleine und nicht wir! NICOLE schien gar nicht aufgeregt zu sein, als sie die Bühne betrat mit ihrer weißen Gitarre. Auch während des Singens keinerlei Anzeichen von Nervosität. Sie sang ihr Lied und ihre Botschaft in die Welt. Tosender Applaus in der Halle und wir alle vor dem Fernseher waren berührt. Für uns war sie schon jetzt eine Gewinnerin. Bei der Punktevergabe hatte sie gleich Platz eins inne und gab diesen bis zum Schluss nicht mehr her. Nun war auch für mich klar, nicht nur sie, sondern wir haben gewonnen. NICOLE und damit ganz Deutschland gewinnt, auch das Saarland gewinnt. Unsere NICOLE gewinnt als erste und bis 2010 einzige deutsche Vertreterin den Grand Prix Eurovision de la Chanson. In Harrogate mit dem Lied „Ein bisschen Frieden…“

Unsere NICOLE gewinnt, Deutschland, das Saarland gewinnt!

Unsere NICOLE gewinnt, Deutschland, das Saarland gewinnt!

Überglücklich und viel HURRA in unserem Wohnzimmer. Deutschland im Freudentaumel.

Das Saarland im Freudentaumel.

NICOLE erinnert sich nur zu gut. „Sowas vergisst man nicht. Es war überwältigend. Überall Freude. Besonders auch in meinem Heimatdorf Neunkirchen/Nahe war AUSNAHMEZUSTAND. Alle haben sich mit mir gefreut.“

NICOLES Heimatdorf, Neunkirchen/Nahe war im Ausnahmezustand- alle haben sich gefreut!

NICOLES Heimatdorf, Neunkirchen/Nahe war im Ausnahmezustand- alle haben sich gefreut!

Nicht nur gefreut sondern auch sehr berührt waren die Menschen von NICOLE und ihrer Leistung. Ich weiß, dass beispielsweise einer, der sonst als eher kühler, raubeiniger Typ galt, sich am Tag von NICOLE`S Rückkehr in Aschbach auf seinen Traktor setzte mit einem Blumenstrauß im Gepäck, den er unbedingt NICOLE überreichen wollte. Harte Nuss plötzlich geknackt!

NICOLE freut sich, wenn sie Rückmeldungen erhält. Wenn ihr Gesang Herzen berührt. Sie möchte Emotionen auslösen. Für sie ist es immer ein magischer Moment, wenn aus Sender und Empfänger eine Symbiose entsteht. „Das mir das zuteil wird“. Mit ihrer Musik will sie neben Freude auch Halt geben Zuversicht, Vertrauen und Hoffnung. Sie will musikalisch nicht nur in der Schublade „Schlager“ stecken. Das verstehe ich gut, wer will schon abgestempelt sein! NICOLE ist wie ein neugieriger Maler, der mit allen Farben malen will. Sie ist vielfältig. Im Musical sang sie gemeinsam mit Uwe Kröger. Von Pop, Rock ‘n Roll, Country, Gospel. Sie singt gerne A-capella, besonders in Kirchen. Die Akustik ist dort fabelhaft. Sie ist gläubig, hält aber gerne alleine in der Kirche Zwiesprache mit Gott. Generell vor großen Reisen sucht sie ihre Heimatkirche, die Katholische Kirche St. Martin, in Neunkirchen/Nahe auf. Sie glaubt an Dinge zwischen Himmel und Erde. Sie ist Bauchmensch und auch mutig darauf zu hören. Ihre Schutzengel passen gut auf sie auf und hatten auch schon einiges zu tun, verrät sie.

NICOLE über sich: „Ich bin leicht zu beschreiben: Ich bin Saarländerin, Familienmensch, eben wie die Saarländer hilfsbereit, bodenständig, gesellig und zudem bin ich von der Sonne verwöhnt.“ Vielleicht liegt es daran, dass ich immer drei Dinge bei mir trage: „Mein Ehering, mein Holzkreuz und ein Wolfszahn aus der Mongolei“

Einen Ehering hab ich, das Holzkreuz bekomm ich, also her damit, sage ich innerlich, mir fehlt der Wolfszahn?

Vielleicht gilt auch ein Wolfszahn aus Merzig? Foto Copyright:  M. Schöneberger

Vielleicht gilt auch ein Wolfszahn aus Merzig? Foto Copyright: M. Schöneberger

Ihre Lieder verraten viel über sie selbst. Im Lied „Afrika“ beschreibt sie, das Gefühl als sie dort ankam. Die rituellen Trommelklänge von „Heilige Erde“ sind sicher nicht nur für mich eine hörbare Beschreibung, dass Frieden ein Grundbedürfnis ist. “Steh wieder auf“ aus dem aktuellsten Album „Traumfänger“ fordert auf, an die eigenen Kräfte und Fähigkeiten zu glauben. In „Allererste Sahne“ spricht sie vom Schlemmen, von Süßigkeiten, und sie sich freut, dass es nur ein Traum ist. Im wahren Leben träumt sie nicht von Süßigkeiten. Sie vermisst nichts. Sie hat für sich entschieden: Fette und Zucker sind für meinen Körper nichts. Die letzte Süßigkeit: Ein Stück Kirschstreusel und das an Fasching. Vor fast 30 Jahren.

Respekt, das kann ich nicht! In allem was sie tut, ist sie sehr entschlossen. In Allem.

Respekt, das kann ich nicht! In allem was sie tut, ist sie sehr entschlossen. In Allem.

Oh leck, was für ein Entschluss. Respekt, das kann ich nicht! Mit wird glasklar: In allem was sie tut, ist sie sehr entschlossen. In Allem.

War das immer schon so? „Ja“ sagt sie.

„Ich wusste immer schon was ich will“. Auch für meine Eltern war es nicht immer leicht. Zum Beispiel als ich mit 14 sagte: „Da ist er, mein Mann. Er war 17 und ich 14!“ Oh jesses wenn meine Tochter jetzt mit sowas käme, sie ist im Januar auch gerade 14 geworden! Ich wüsste nicht… Gnade Gott. Falsch lag Nicole da nicht. Mit ihrem Mann ist sie schon seit 38 Jahren zusammen. SKANDALE- nicht bekannt.

NICOLE will nicht durch ihr Privatleben im Bewusstsein der Menschen sein, sondern mit ihrer Musik in Erinnerung bleiben. Es wäre für Sie leicht, auf der ersten Seite der Regenbogenpresse zu erscheinen. Sie könnte einen kleinen Skandal inszenieren und neben bei für ihr Neues Album „Traumfänger“ werben. Nein, das bin nicht ich, fügt Nicole an. Für mich zählt Musik und meine Arbeit diesbezüglich.

Was wenn doch was ans Tageslicht käme, wenn es auch bloß gelogen wäre, ich hoffe das passiert ihr nie. Wenn, dann wären es sicher Neider, sage ich. NICOLE hat einen passenden Rat. „Wenn jemand neidisch ist, dann ist das an sich doch wunderbar, dann kann man sich sicher sein, dass man seine Sache doch besonders gut macht. Ich bin auf der sicheren Seite, denn ich handele so, dass ich mit reinem Gewissen vor den Spiegel treten kann.“ Ein gutes Standing hat sie, finde ich.

Ein wichtiger Pluspunkt in ihrem Leben. Sozusagen das Pünktchen auf Ihrem i, ist ihr Mann, ihre Kinder, ihre gesamte Familie fügt sie an und meine Freunde. Davon hat sie eine Handvoll: Zwei befreundete Ehepaare und Angelika, ihre beste Freundin seit der 5. Schulklasse. „Die geben nichts an die Presse weiter“.

WOW, ob ich das von meinen Freunden so behaupten könnte. Ich hoff doch sehr? In dem Fall bin ich jetzt aber mal heilfroh, dass niemand etwas von mir wissen will, schon gar nicht die Presse! Die Vorstellung, dass man mich genau unter die Lupe nimmt, das finde ich enorm anstrengend.

NICOLE weiß sehr gut, dass Menschen sie genau beobachten und wahrnehmen. Sie ist eine Person des öffentlichen Lebens. Auch die Presse hat Respekt vor ihr und von den Kollegen wird sie geschätzt. Sie gibt zu, dass manche berühmt sind, aber bei weitem nicht glücklich.

Oh je, das ist dann auch eine schwierige Nuss: berühmt und unglücklich. Wie kommt man dann wohl aus diesem Zustand raus. Dann lieber wie ich: nicht berühmt aber glücklich ;-)).

Ich glaube ihr, NICOLE ist berühmt und glücklich.

NICOLE live am Bostalsee!

NICOLE live am Bostalsee!

 

Hut ab, NICOLE! – Apropos Hut ab!

 

Hier ging der Hut umher, weil NICOLE als Kind bereits das Publikum begeisterte

Hier ging der Hut umher, weil NICOLE als Kind bereits das Publikum begeisterte

Im „Gasthaus zum Flare“ in Güdesweiler ging früher eine Hutsammlung herum. Mein Onkel Addi brüstet sich heute noch damit gern, dass er als junger Erwachsener sicher der Erste war, der das Singen von Nicole honorierte.

 

mein Onkel Addi

mein Onkel Addi

NICOLE bestätigt mir, dass ihr Opa, der früh ihr Talent erkannte, es auch förderte. Wie er sie immer mitnahm in seine Gaststätte. „Dort sang ich Hits aus dem Radio. Mir machte es immer große Freude, das Singen und die Resonanz. Der Applaus des Publikums das ist etwas derart Großartiges. Damals wie heute, es erfüllt mich sehr. Von den Hutsammlungen kaufte ich mir mein erstes Mikrophon, daraufhin folgte meine Musikanlage. Ich hatte schon als Kind wundervolle Unterstützer an meiner Seite und das ist bis heute so. Ich lebe meine Berufung!“

Und NICOLE ist sich bewusst, nicht ohne Grund – was sie mit ihren Liedern erreichen kann:

Sie erzählt mir von ihrer Einladung der israelischen Regierung nach Israel. Man bat sie vor jungen Soldaten „Ein bisschen Frieden“ zu singen. Die Jungen und Mädchen waren alle schwer bewaffnet. Sie nahmen mir gegenüber auf einer Anhöhe Platz. Ich fing an auf Englisch zu singen: „A little peace“. „Währenddessen nahm ich wahr, wie die jungen Menschen statt Waffen sich gegenseitig an den Händen hielten und sie lauschten mir drei Minuten lang“. Ein geschichtsträchtige Moment. Ich bemerke ihre Gänsehaut. Dieser Moment liegt nun fast 35 Jahre zurück. Welche Kraft hat dieses Lied. Welche Kraft hat ein Liedtext. Welche Kraft hat Ihre Stimme. Nicht umsonst nennt Nicole „Ein bisschen Frieden“ liebevoll aber auch bestimmt ein Jahrhundertlied.

Ich füge an:

„Das Setzen der Segel nicht die Richtung des Windes bestimmt, welchen Weg wir einschlagen“. Jim Rohn (1930-2009 amerikanischer Autor und Motivationstrainer.)

Lasst uns alle gemeinsam ein Segel setzen. Für den Frieden!

Liebe Nicole, ich finde du setzt die Segel richtig!

Sing immer wieder… ein bisschen Frieden…

 

Dank für deine Zeit, deine Erinnerungen, deine Einblicke in dein Leben!

Und wenn, die Lust auf Kirschstreusel kommt, erinnere Dich an mich, Kirschstreusel gelingt mir immer am besten! Herzliche Einladung!

Eine Begegnung, die mir immer in Erinnerung bleibt. Lieben Dank.