Wenn sie reden könnten, die ausrangierten Wanderschuhe von unserem Kollegen Frank Polotzek, was würden sie alles erzählen?

Sie würden erzählen: von Matsch im Herbst, von Pfützen auf kalkig-lehmigen Wegen durchs UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau, von steinigen Schluchten zwischen grauen Felsen, von Stegen aus Holz, von weichen Pfaden durch Streuobstwiesen und wohl auch von einer Pause auf einer Sinnesbank direkt an einem Feld voller Wildblumen.

Über 3000 Kilometer sind sie mit ihm auf Saarlands Premiumwegen jeder Jahreszeit entgegen gewandert, vier Jahre lang. Frank Polotzek kümmert sich um das Projekt „Tourismus-Qualitätssicherung Saarland (TQS)“: „Ich begehe die Wege bei Wind und Wetter, auch im Herbst und Winter. Das ist nötig, um jeden Weg einmal in den verschiedenen Vegetationsstufen zu sehen und zu kontrollieren.“

3000 Kilometer – laut Routenplaner, das ist fast der gesamte Jakobsweg von Saarbrücken bis Santiago de Compostela, hin und zurück gepilgert.

3000 Kilometer – das ist fast einmal rund um Deutschlands Grenzen gewandert.

Auf den ersten Blick sehen die Schuhe noch ganz ordentlich aus. Frank sagt aber: „Sie geben gar keinen Halt mehr.“

Jetzt ist ihre Zeit abgelaufen, Zeit für den Ruhestand. Und Frank ist mit seinen „Neuen“ unterwegs.