Jeder verbindet etwas Anderes mit dem Mond. So manch einer kann bei Vollmond nicht schlafen, andere schlafwandeln. Es heißt, der abnehmende Mond hilft sogar bei Diäten und manchmal mag man auch den ein oder die andere auf den Mond schießen.

Meine aktuellste Verbindung zum Mond ist mein Besuch der Ausstellung „Faszination Mond“ im Deutschen Zeitungsmuseum in Wadgassen.

Der erste Mensch auf dem Mond

Aufgrund meines Alters saß ich am 21. Juli 1969 nicht – wie weltweit mehr als 500 Millionen Zuschauer – vor dem Fernsehgerät. Bei der Direktübertragung aus dem All sah man zum ersten Mal Bewohner der Erde einen fremden Himmelskörper betreten. Dafür kann ich in der Ausstellung jetzt in Originalzeitungen lesen, was die Astronauten damals bewegt hat.

Abendpost Nachtausgabe 21. Juli 1969, Deutsches Zeitungsmuseum, Foto: Werner Werle

Ich lese von Armstrongs erster Sorge, ob er wirklich das lose Gestein einsammeln kann. Auch sein Kollege Aldrin, der 13 Minuten später den Mond betrat, griff sofort nach Gesteinsmustern, um notfalls bei einem plötzlich erforderlichen Frühstart wenigstens eine kleine Bodenprobe vom Mond mitnehmen zu können. Armstrong bezeichnete die Mondoberfläche als sehr fein und pulvrig, wie Kohlenstaub unter seinen Stiefeln.

Die beiden Männer haben Fußspuren auf dem Mond hinterlassen. Doch nicht nur das, auch eine kleine Plakette ließen sie zurück, auf der stand:

„Hier hat der Mensch im Juli 1969 zum ersten Mal seinen Fuß auf den Mond gesetzt.

Wir kamen in Frieden für die ganze Menschheit.“

Sie haben auch die amerikanische Flagge zurückgelassen. Dünne Metalldrähte bewirkten, dass die Fahne ausgebreitet bleibt. Das Sonnenlicht hat die Farbe über die Jahre ausgebleicht, mittlerweile ist sie weiß.

Auf den Mond schießen

Schon immer war die Wissenschaft an dem Mond interessiert. Zentrale war und ist die Frage: Wie lebt es sich auf einem anderen Planten? Die frühen Tierversuche hatten alle ein Ziel: Sie sollten Daten liefern für die bemannte Raumfahrt. „Die Tiere haben ihren Ländern Dienste erwiesen, die kein Mensch übernommen hätte“, heißt es bei der NASA. In der Ausstellung kann ich in Form eines Rätsels erfahren, welche Tiere schon auf dem Mond gewesen sind. Spannend dargestellt ist hier auch, was durch die Raumfahrt schon alles auf dem Mond zurückgeblieben ist. Die Apollo-11-Crew hat einen goldenen Olivenzeig auf dem Mond hinterlassen, als Symbol für den friedlichen Charakter ihrer Mission. Der Astronaut Charles Duke (Apollo-16) ließ ein Familienfoto zurück. Auch manche Ohrenstöpsel blieben im Mondstaub zurück. 1971 schlug der Astronaut Alan Shepard zwei Golfbälle auf den Mond. Er wollte wissen, wie weit sie bei der geringen Schwerkraft fliegen. Wissenschaftlich steht fest: Sie fliegen weiter als auf der Erde.

Schon damals gab es Fake News

Manch einem New Yorker ist am Morgen des 25. August 1835 vermutlich beim Frühstück, als er die „New York Sun“ aufschlug, das Frühstücksbrötchen für kurze Zeit im Hals stecken geblieben. Dort stand eine Sensation: Sir John Frederick Herschel (1792–1871) hätte mit einem Mega-Fernrohr menschliches Leben auf dem Mond entdeckt. Die gesichtete Person hätte sogar Flügel. Also nicht erst seit Facebook & Co gibt es Fake News. Diesen nannte man ganz offiziell „The Great Moon Hoax“, den großen Mond-Schwindel.

Nachdruck aus der „New York Sun“ vom 25. August 1835, Deutsches Zeitungsmuseum, Foto: Sabine Caspar

In den Mond gucken

Der Mond fasziniert bis heute  Künstler. In vielen Bildern und Zeichnungen wird er als Inbegriff romantischer Anschauung der Natur verstanden, so beispielhaft in dem berühmten Gemälde von Caspar David Friedrich: Zwei Männer in Betrachtung des Mondes.
Der Mond ist aber auch ein Ausflugsziel von etlichen Comicfiguren. Als Kind habe auch ich davon geträumt, ihn zu besuchen. Von daher unvergessen für mich ist die Comicfigur Mecki. Mecki und seine Freunde wagen in den Comics und Büchern die abenteuerliche Reise auf den Mond. Dabei müssen sie einigen Gefahren aus dem Weg gehen und so manche Mutprobe bestehen. Nicht bekannt sind mir die Digedags, welche die Haupthelden der in der ehemaligen DDR erschienenen Comiczeitschrift „Mosaik“ waren. In der Ausstellung wird klar, in wie vielen Filmen entweder der Mond oder der Weltraum eine Rolle spielen. Auch im Theater nahm man sich gerne dem Mond an, berühmtestes Beispiel ist sicher das Märchen „Peterchens Mondfahrt“. Die Abenteuergeschichten des Herr Sumsemann wurden im Jahr 1912 uraufgeführt.

Mondwaage, Foto: Sabine Caspar

Aus allen Wolken fallen

Mein Gang auf die Waage und mein Gewicht begeistern mich! Schließlich herrscht in der Wadgasser Ausstellung Mondgewicht. Alles ist leichter. Man braucht das Erdgewicht nur durch die Zahl 6 zu teilen und schon erhält man sein Mondgewicht. Also diesmal kein Grund aus allen Wolken zu fallen.

Ich darf auch in eine Rakete und ein Foto von mir in passender Kulisse aufnehmen.

Nein, ich zeige es nicht.

Nicht, dass es später noch ein Fake-News-Bericht wird.

Space Lab

Schön, wenn das Kind noch in einem steckt und plötzlich geweckt wird. Ich baue mir mit Papier, Karton, Filmdose und Klebeband eine Rakete. Bevor ich sie mithilfe einer Brausetablette starten kann, muss ich die Filmdose halb mit Wasser befüllen. Ich ziehe die Schutzbrille an, halte Abstand zur Rakete, es spritzt und zischt und die Rakete hebt ab. Weitere Experimente wie Mondsand, Rotationskraft, Daumenkino, Pop-Up-Karte oder der laufende Astronaut hält das Space Lab bereit. Und als Erinnerung an meine Zeit „auf dem Mond“ druckte ich mir selbst mit einem Handroller und roter Farbe mein Sternzeichen aus.

Eine mit vielen Details liebevoll gemachte Ausstellung, die nicht nur für Kinder faszinierend ist! Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall und Wadgassen ist derzeit wirklich eine Lunar City!

Die Ausstellung ist noch bis Ende des Jahres zu sehen.

Wandinstallation im Deutschen Zeitungsmuseum, Foto: Sabine Caspar