Schau genau!

Gegenstände im öffentlichen Raum denen ich ständig begegne, beginnen in meiner Wahrnehmung fast unsichtbar zu werden. Manchmal integrieren sich aber auch Kunstwerke in das Landschaftsbild, dass man sich wirklich Mühe geben muss, sie nicht zu übersehen.

Erst auf den zweiten Blick habe ich sie wahrgenommen: Die Skulptur „Rotdorn-Pfahl im Fleisch“.
Erst auf den zweiten Blick habe ich sie wahrgenommen: Die Skulptur „Rotdorn-Pfahl im Fleisch“.

So auch letzte Woche bei meiner Wanderung entlang der Skulpturenstraße St. Wendel. Von St. Wendel bis zum Bostalsee wurden entlang eines circa 17 km langen Teilstücks des Saarland-Rundwanderweges insgesamt 57 Skulpturen aus 12 Ländern von 51 Künstlern geschaffen und aufgestellt.

Sie reiht sich gut in die Umgebung ein, weil die Bäume noch keine Blätter tragen. Das wird sich sicher in den nächsten Tagen ändern. Wenn um die Skulptur dann alles blüht und grünt, bildet sie sicher wieder einen Kontrast. Die Skulptur stellt einen vieleckigen Kegel dar, der aus verschieden langen Eichenstammteilen und einer Spitze aus Eisen zusammengesetzt ist. Sichtbare Eisenverschraubungen halten die einzelnen Teile zusammen. Der Künstler erfuhr damals, dass auf einem gegenüberliegenden Hügel einst ein Galgen stand. Die Formgebung der Skulptur erinnert daran.

Die Kunstwerke gehören für mich zur Landschaft. Nicht nur für mich. Mein Mann legt sich jedes Mal ganz selbstverständlich auf die Skulptur von Karl Prantl.

Ob das wirklich erlaubt ist? Das ist erlaubt, entscheide ich dann einfach!
Ob das wirklich erlaubt ist? Das ist erlaubt, entscheide ich dann einfach!

Schließlich gab Prantl dieser Skulptur nicht umsonst den Namen „Basaltbank“.

Klar besteigen wir auch die Skulptur Hommage á Bunuel. Auf einem Thron nehme ich gerne Platz.

Den hier eingemeißelten Text kenne ich sogar auswendig:„Sitze recht und scheue niemand, wer nicht hören will muss sitzen, wer zuletzt sitzt, sitzt am besten“.
Den hier eingemeißelten Text kenne ich sogar auswendig:„Sitze recht und scheue niemand, wer nicht hören will muss sitzen, wer zuletzt sitzt, sitzt am besten“.

Wenn ihr mich jedoch nun fragen würdet, an welcher Stelle dieser Text genau eingemeißelt ist, ich könnte es euch nicht beantworten. Obwohl mir die Skulpturen so vertraut sind, gehen immer wieder Details verloren. Das finde ich traurig.

Zum Glück gab es für mich passend dieses Projekt: Die Straße der Skulpturen St. Wendel 1971-88-93-2018 Reloaded.

Eine Reihe von Mitmachaktionen luden ein, die Straße der Skulpturen wieder in den öffentlichen Focus zu rücken.

Der Künstler Martin Steinert erschaffte mit Projektteilnehmern eine raumgreifende Holzkonstruktion aus Dachlatten.
Der Künstler Martin Steinert erschaffte mit Projektteilnehmern eine raumgreifende Holzkonstruktion aus Dachlatten.

In dieser Reihe entstand diese Holzinstallation Das BOOT.

Sein interaktiver Aspekt der „wooden-claud-Idee“, die das Einbeziehen von Gedanken zum Thema Frieden, Verständigung und Beziehung ermöglicht, werden zum Teil der Installation und erinnern somit an die Botschaft "Stetige Arbeit für den Frieden". Weitere Informationen zum Künstler Martin Steinert hier.

geschrieben von: sabine, am 16.04.2018

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Kommentare

  • Jutta Schneider

    • vor 4 Jahre
    Ich biete zu diesem Thema folgende Aktivitäten mit Hörgenuss an:

    am 01.06. und am 05.10 Stadtführung in St. Wendel zum Thema Leo Kornbrust
    Kosten: 5 Euro / Person - Start: 16 Uhr
    am 04.08. und am 01.09. Wanderung auf der Skulpturenstrasse
    Kosten: 10 Euro / Person - Start: 10 Uhr
    bitte anmelden unter gaestefuehrerin@jutta-schneider.de

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