Herbstzeit ist Erntezeit. Wer ein Garten hat, kennt die Frage: Wohin mit dem Obst? Traditionell kocht bei uns mein Schwiegervater „Quitteschmier“. Im letzten Herbst ging es ihm nicht gut: Er ist über 80 Jahre, war im Sommer gestürzt und musste sich schonen.

Seine Idee:  aus seiner reichen Quittenernte  „Flüssiges“ machen lassen. Wer macht so etwas? Obst- und Gartenvereine natürlich. Aber „Quitte“ brennt nicht jeder, sie gilt als schwierig zu veredeln. Nach einigen Telefonaten stand fest: Die Quitten müssen nach Ensheim zum dortigen Verein. Kiloweise die gelben Früchte ins Auto, nach Ensheim ausladen und den Rest machen die Vereinsmitglieder.

Das heißt: Die Quitten werden zerkleinert, eingemaischt und gebrannt. Wochen später eine Kurznachricht: Der Schnaps ist fertig. Aus 85 Kilo sind schließlich knapp 4,5 Liter geworden. Dann ab nach Einsheim, um die verflüssigten Quitten abzuholen.

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Zuerst wird gezahlt, dann abgefüllt, die Flaschen natürlich.

Blick in den Brennkessel

Wer kein eigenes Obst hat, der kann sich bei saarländischen Betrieben mit Bränden versorgen. Tipp: Bei der Edelobstbrennerei Johann Monter in Hemmersdorf können Genießer auch hautnah erleben, wie feine Edelbrände destilliert werden. Damit der Brand auch korrekt beim Zoll angemeldet ist, müssen sich die Genießer bei Monter zwei Wochen vorher ankündigen.

Übrigens: Dieses Jahr geht es Opa Friedel besser. Er will wieder seine „Quitteschmier“ kochen.