Ich liebe Zimt. Schon direkt, wenn die ersten Packungen Zimtsterne Ende August in die Geschäfte kommen, schlage ich zu. Seit einigen Jahren stört mich aber Halloween. Denn den Riesenkürbissen und schaurigen Süßigkeiten mit Monstern und Gespenstern fehlt eines: Zimt!
Jetzt kommt die wirklich zimtreiche Zeit – die Adventszeit. Um ehrlich zu sein: Ich habe schon mal angefangen – die ersten Zimtwaffeln sind längst gebacken und vertilgt.

Heißes Eisen

Für die Zimtwaffeln braucht man ein spezielles Waffeleisen. Vor einigen Jahren hat mir meine Schwiegermama, mittlerweile über 80 Jahre, ihr Zimtwaffeleisen geschenkt. Das Modell Maya in Quietsch-Orange ist im angesagten Retro-Look – und das seit mindestens 30 Jahren.

Zimtwaffeleisen aus dem Saarland

So chic von Außen!

Zimtwaffeleisen aus dem Saarland

Eisen mit inneren Werten

 

Vorher hatte ich die Zimtwaffeln in einem Waffeleisen aus Frankreich gebacken. Jedoch waren die Platten nicht für den deutschen Advents-Keksklassiker gemacht. Deshalb habe ich runde Waffeln fabriziert, obwohl die Platten rechteckig waren – und immer wieder in einer anderen Größe. Kreative deutsche-französische Zusammenarbeit auch in der cuisine – voilà!

Zimt ist nicht Zimt

Das sollte ich beim Gourmet-Markt in St. Ingbert erfahren: Am Stand von Rimoco, einer Gewürzmanufaktur aus Saarbrücken, habe ich mich mit feinstem Ceylon-Zimt – oder auch “echtem Zimt” genannt – in Bio-Qualität eingedeckt.

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Im Vergleich zum chinesischen Cassia-Zimt besitzt dieser ein deutlich edleres und intensiveres Aroma, so Richard Möcks. An der Zimtstange kann man bereits den Unterschied sehen: Die Stange vom Ceylon-Zimt besteht aus mehreren Stücken feinster Rinde, während beim Cassia-Zimt eine relativ dicke Rindenschicht eingerollt wird. Im echten Zimt gibt es außerdem kaum Cumarin, das in großen Mengen leberschädigend ist. Experten sagen: Wer viel Zimt isst, sollte den cumarinarmen Ceylon-Zimt verwenden.

Das Rezept

Ich habe nicht nur das Waffeleisen meiner Schwiegermama, sondern auch ihr Rezept geerbt:

  • 250 g Mehl mit 200 g Zucker und 2 Eiern schaumig schlagen. Dann 10 g Zimt und 65 g gemahlene Mandeln unterheben.
Zimtwaffeln Zutaten Saarland

Zimt und Mandel: Ein Duo mit Biss

  • Ich lasse den Teig eine Nacht im Kühlschrank ruhen. So lässt sich der Teig besser rollen und zu gleichgroßen Kugeln formen, die ich portionsweise backe.

In unserer Familie gibt es zum einen die Anhänger von „hauchdünn und kross“. Zu dieser Fraktion gehören Schwiegereltern. Die andere Fraktion mag die Zimtwaffeln gerne etwas „saftiger“. Dafür mache ich die Kugeln etwas größer, rolle und drücke nicht so „doll“.

Und vielleicht noch ein Tipp: Nach dem Auskühlen die Waffeln in einer gut schließenden Dose luftdicht und kühl aufbewahren.
Das Waffeleisen nicht gleich wieder wegräumen, denn die Dose ist schnell leer. Dann heißt es wieder: Teig machen, Eisen heiß werden lassen und bald zieht der Duft wieder durch die Küche.

Zimt-Waffeln aus dem Saarland

Wann kommt der Blog mit Duft?