Für meine Bekannte Helga kein Frühjahr ohne Bärlauch: Sie hat es gut, sie braucht nur in den Garten zu gehen und kann Bärlauch direkt aus ihrem Kräuterbeet ernten. Daraus macht sie am liebsten Bärlauchquark.  Da bei mir nur Salbei, Thymian und Moos wachsen, muss ich mich anderweitig versorgen – ab in den Wald und dort immer der Nase nach: Mitten im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau um Bebelsheim steigt der intensive knoblauchähnliche Geruch in die Nase und verrät Bärlauchvorkommen – man nennt ihn nicht grundlos auch „Waldknoblauch“.

 

Peter Gaschott, Betreiber der Jungholzhütte bei Bebelsheim und Mitinitiator des jährlichen Bärlauchfestes, hat mir geraten: „Immer an verschiedenen Stellen und nur für den eigenen Gebrauch ernten. So verhindert man einen regelrechten Kahlschlag“.  Für März 2016 vormerken: Das Bärlauchfest mit Markt und Musik.

Baerlauch_Bluete Saarland

Je nach Wetterlage dauert die Saison zur Blütezeit bis Mitte Mai: Nach der Blüte verliert die Pflanze ihr Aroma.

Bis dann ist genug Zeit, Peter Gaschotts Rezept nachzumachen: Bärlauch in gutes Rapsöl aus der Region in einem Glas einlegen und im Kühlschrank aufbewahren – selbst gemacht und regional.

Vom ihm weiß ich auch: Bevor man das erste Mal Bärlauch sammeln geht, sollte man sich genau informieren, beispielsweise bei geführten Wanderungen. Denn es droht eine gefährliche Verwechslung; die sattgrünen Bärlauchblätter sehen dem giftigen Maiglöckchen und der ebenfalls giftigen Herbstzeitlose ähnlich.  Wichtig auch: Bärlauch aus dem Wald wegen der eventuellen Fuchsbandwurmeier sehr sorgfältig waschen.

   Baerlauchcremesuppe Saarland   Teller Baerlauchsuppe Saarland

 

Wenn ich keine Zeit für einen „Ernte“-Ausflug habe, dann kaufe ich ein Kräutersträußchen aus Bio-Anbau oder esse eine Bärlauchcremesuppe im Saarbrücker Stadtladen Martinshof.  Ein Rezepttipp von Christine Klippert vom Stadtladen Martinshof: „Lecker und schnell – ein Butterbrot mit Bärlauch belegen“.

Einfacher kann der Frühling nicht auf den Teller kommen – auch wenn der Bärlauch nicht aus dem eigenen Beet kommt.

 

(Waldbilder: Peter Gaschott)