Gott hat eine Hausnummer – zumindest die Saarbrücker Ludwigskirche, eines seiner größeren Häuser im Saarland. Oberhalb vom Portal angebracht, steht ganz diskret die Nummer 18. Nicht gewusst? Oder dass Brunnen oder Statuen in Saarbrücken, wie richtige Einwohner auch, manchmal umziehen? Und warum tragen manche Kanaldeckel das Wappen der Stadt?

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Hier wohnt Gott

Dies und viele andere Dinge stellen Florian Brunner und Markus Philipp in ihrem Buch „Saarbrücker Spurensuche – eine Reise zu sichtbaren Geheimnissen der Stadt“ vor.

Unglaublich, welche Details es zu entdecken gilt – und mit ihnen die Geschichte der Landeshauptstadt. An ihnen gehen wir achtlos vorbei, ahnen nicht, welche Geschichten ein Fenster, ein Kanaldeckel, eine bemooste Mauer oder gar schlichtes Straßenpflaster uns erzählen könnten.

An einem kalten Wintertag habe ich die Probe aufs Exempel gemacht und bin mit beiden Autoren durch die Saarbrücker Innenstadt gezogen. Unter dem Arm: ihr Buch.

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Wanderbrunnen

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Wanderpause am Brunnen

 

Florian Brunner, Verleger und Fotograf, und Markus Philipp, Geograph, verbindet ihre Leidenschaft für die Stadt und ihre Geschichte. So führt Markus Philipp auch Gästegruppen durch die Landeshauptstadt, und Florian Brunner hat Saarbrücken bereits mehrere Bücher gewidmet.

Unterwegs haben wir „Neues“ entdeckt, das nicht im Buch vorkommt – so ein Original-Renault-Logo von früher.

Altes Renault.Logo in Saarbrücken

Abgefahren

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Was gibt es hier zu sehen?

Auf dem Weg zum Schloss spüren wir Steine mit seltsamen Markierungen entlang der Talstraße auf.

Eine weitere Entdeckung bei unserem Streifzug: Die Regenrinne in der Neugeländestraße ist weg – nachzulesen als Tipp 44 im Buch unter dem Titel „eine Regenrinne mit Autogramm“. Sie war eine der wenigen erhaltenen gusseisernen Rohre, die noch den Namen der Herstellerfirma „C. Koch – Saarbrücken“ trug. Genau diese Gießerei hatte ihren Sitz um die Ecke.

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Die Röhre ist weg!

 

So schnell ist ein Stück urbaner Geschichte weg!

Persönlich berührt haben mich die Pflastersteine und Bordsteinkante in der Altneugasse – sie stammen noch aus der Fürstenzeit, sprich aus dem 18. Jahrhundert.

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Kante zeigen

Vielleicht ist hier die Gänsegretel, die Geliebte und spätere Gemahlin des Fürsten Ludwig, vorbei gekommen? Die Natursteine zerbröseln immer mehr. Wer weiß schon, ob sie nicht bald durch neue ersetzt werden?

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Göttliche Hausnummer

Übrigens: Die Ludwigskirche bekam ihre Hausnummer während der Französischen Revolution. Damals wurden die Gotteshäuser säkularisiert und erhielten eine Hausnummer, so auch die St. Arnualer Stiftskirche, bekannt als Grabstätte zahlreicher Saarbrücker Grafen.