Die Deutschen und ihre Eichen! Der Baum der Bäume! Sein Name wird mit Ehrfurcht und Respekt genannt. Schon seit jeher fasziniert die Eiche Völker und Kulturen. Wie war das eigentlich früher bei den Kelten? Das Saarland war ja Keltenland, bevor die Römern hier siedelten.

Für die Kelten galt die Eiche als göttlicher Baum. Der keltische Name der Eiche heißt dair und daraus entwickelte sich der bis heute bekannte Begriff Druide – der geistige Führer der Kelten. Und jetzt kommt´s: Wer bei den Kelten eine Eiche fällte, wurde mit dem Tode bestraft. So! Klare Ansage, welchen Stellenwert Eichen in der keltischen Gesellschaft hatten!

Die Christen hingegegen hatten bei ihrem Einzug nach Deutschland wenig Verständnis für die Verehrung der Bäume und haben den ein oder anderen heiligen Baum auch mal gefällt.

Für die Germanen war die Eiche der Wohnort der Gewittergötter. Vielleicht, weil die Eiche so häufig vom Blitz getroffen wird. Daher die alte Verhaltensregel bei Gewitter im Wald: “Vor Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen”.

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Die Hirzweiler Eiche scheint ein Wohnort der Gewittergötter zu sein. Hier hat der Blitz kräftig zugeschlagen und dem Baum einen ganzen Stamm genommen.

Und heute?

Der saarländische Naturblogger Albrecht Trenz  hat mir “seine” Eiche in Hirzweiler gezeigt. Sie ist rund 400 Jahre alt, also für eine Eiche noch recht jung, denn die Eiche kann gut und gerne 1000 Jahre alt werden, wenn keine Christen… Ob er die Eiche in Hirzweiler vereehrt, mag ich nicht zu berurteilen, aber er begegnet ihr mit viel Verbundenheit und schätzt ihre Anwesenheit, die ihn sein ganzes Leben lang begleitet. Sie gibt ihm Kraft, erdet und stellt ihn wieder mit beiden Füßen auf den Boden, wenn es im Leben mal turbulent zugeht! Der Baum ist für ihn Zeitzeuge und Zeitmaschine!

 

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Als die Eiche so klein war, gerade mal ein Jahr, da war rund um Hirzweiler Weltuntergangsstimmung! 30ig jähriger Krieg, verbranntes Land!

Die Eiche ist Lebensraum für unzählige Tiere, bietet Futter und Unterkunft. Und sie verleitet immer wieder zum Erzählen. Alte Sagen sagen, dass Misteln nur sehr selten an einer Eiche wachsen. War dies der Fall, dann ernteten die Druiden mit einer goldenen Sichel diese Misteln, die als heilig galten.

Mein Blick geht gleich an oben, ob hier wohl Misteln wachsen?

Doch woher die goldene Sichel nehmen, um den Zauber zu entfalten?

Wer die Hirzweiler Eiche mal besuchen möchte, findet hier den genauen Standort: Karte Hirzweiler Eiche