Im Buch „Homo Saarlandicus“ geht Peter Waldbauer derselben Frage nach, die mich bewegt. Wann ist man eigentlich Saarländer(in)? Er stellt fest, „es gibt saarländischere Saarländer als er selbst.“ Im Buch steht dort, schwarz auf weiß: „Es heißt ja, zum richtigen Saarländer würde man erst in der dritten Generation. Vier Großelternteile müssen dazu im Saarland geboren sein“.

Moment.

Mütterlicherseits haut das hin.

Meine Oma Johanna kam gebürtig aus Lebach und mein Opa Ferdinand aus Steinbach, das liegt bei Lebach. Sie zogen nach Tholey. Beides Saarländer. Waschechte!

Aber väterlicherseits? Dort fängt das Übel schon an.

Meine Oma Hildegard aus Hildesheim und mein Opa Johannes aus Olpe lebten bei Hannover im Örtchen Gießen bei Hildesheim. Beides keine Saarländer. Mist. Ich bin nach der Theorie raus. Keine waschechte Saarländerin? Eine hammerharte Diagnose!

Kann das stimmen? Ich fühle es doch so in meinem Herz.
Ich bin Saarländerin. Dieser Ansatz kann doch nicht stimmen. Außerdem:
Man ist das, was man fühlt.

Und eins sage ich euch, ich fühle richtig. Ich bin Bauchmensch. Und ich bin Saarländerin. PUNKT.

Allerdings muss ich zugeben.
Ich rede und kann Saarländisch, aber bei weitem kann ich nicht wirklich alles verstehen. Denn ich wurde ja quasi zweisprachig erzogen, Saarländisch und Hochdeutsch. Ich rede ein liebevolles „Mischmasch“, aber so ist das halt mit der Mundart!

Heute ist Internationaler Tag der Muttersprache, klar feiere ich das: Gefeiert wird meine Mehrsprachigkeit ;-))!