Meine Kollegin Teresa hat sie mir ans Herz gelegt: die Buslinie 501 im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau. Die Linie verknüpft täglich, im Stundentakt und das ganze Jahr über die Kreisstadt Homburg im Norden mit Kleinblittersdorf an der französischen Grenze. Dazwischen: das Römermuseum Schwarzenacker, das Barockstädtchen Blieskastel, der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim und ganz viel Natur.

„Am besten“, so Teresa, „mit dem Freizeitticket Saarpfalz-Kreis und am ersten Sonntag im Monat. Dann fahren Natur- und Landschaftsführer auf einem Teil der Strecke mit.“ Sie meint auch: „So hast Du den Bliesgau noch nicht erlebt“. Ihr Tipp: sich einfach treiben lassen.

Das wollte ich mit meiner Freundin Anne ausprobieren: Wir verabreden uns in Reinheim an einem Sonntagnachmittag. Die Bushaltestelle liegt wirklich ideal – nur einige Schritte vom Kreisverkehr mit der markanten keltischen Kanne entfernt, ganz in der Nähe des Europäischen Kulturparks Bliesbruck-Reinheim. Das wird unser Abschluss in einigen Stunden sein. Im Rucksack dabei haben wir die Karte von der Saarpfalz-Touristik: „Biosphäre erfahren – mit Bus und Bahn den Bliesgau entdecken“ . Die Karte informiert, wann und wo der Bus fährt. Sie gibt auch Tipps, was man alles am Wegesrand erleben kann.

Anne und ich steigen ein und lösen das Freizeitticket Saarpfalz-Kreis. Es kostet sechs Euro und damit können bis fünf Personen mitfahren. Im Bus treffen wir Natur- und Landschaftsführer Jean-Holger Bender. Von ihm erfahren wir unter anderem, dass die 501 mit 54 Kilometern die längste Linie des Saarlandes ist.

 

UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau mit dem Bus 501 erfahren Saarland

Große Fahrt für kleines Geld im Biosphärenbus

 

 

UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau mit dem Bus 501 erfahren Saarland

Jean-Holger Bender Natur- und Landschaftsführer

 

Mit dem Freizeitticket Saarpfalz-Kreis können wir beliebig viele Stopps einlegen, vergleichbar mit „Hop-On Hop-Off“-Bussen in Metropolen, bei denen man ein- und aussteigen kann, wo man will. Und genauso nutzen wir es.
In Herbitzheim steigen wir aus. Dort machen wir uns auf den Weg ins Café Saisonal und nutzen dabei eine Abkürzung. Von der hatte Landschaftsführer Bender uns erzählt. Wir überqueren die Straße, gehen an der Bushaltestelle auf der anderen Seite direkt eine Treppe hinunter, gehen ein Stück und sind schon beim Café.

 

UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau mit dem Bus 501 erfahren Saarland

Bewegte Pause im Café Saisonal

Die Pause ist köstlich: Rhabarbarkuchen, wie es der Jahreszeit entspricht. Hoppla, schon fast eine Stunde vorbei. Gleich kommt der Bus. Den sollten wir kriegen. Mit schnellem Schritt geht es voran. Leider nicht schnell genug: Der Bus ist ohne uns weg! Der nächste in Richtung Homburg kommt erst in einer Stunde. Wir hätten gerne die unfreiwillige Pause für einen kleinen Spaziergang genutzt. Der Himmel ist aber ziemlich grau und es sieht nach Regen aus. Wir entscheiden uns, mit dem Bus Richtung Reinheim zurück zu fahren. Im Bus treffen wir wieder unseren Führer.

Dann wieder mit dem Bus Richtung Wörschweiler. Unterwegs überlegen Anne und ich, ob wir vielleicht spontan in Blieskastel aussteigen, bleiben aber sitzen. In Wörschweiler steigen wir aus und laufen zum römischen Freilichtmuseum Schwarzenacker.

Auf der Rückfahrt lasse ich mich treiben. Wie schön der Bliesgau ist! Hier Streuobstwiesen, da ein Waldstück und dazwischen ein Dörfchen. Im Frühjahr strahlen die Farben um die Wette: Die Apfelbäume blühen grün und weiß, die Wiesen schimmern grünblau und gelb leuchtet der Raps, aus dem im Sommer Öl gepresst wird. Der Bus stoppt und vor uns steht wieder die große Kanne.

 

UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau mit dem Bus 501 erfahren Saarland

Kanne in Sicht

Seit diesem Tag bin ich ein Fan vom Biosphärenbus! Und ich bin nicht die einzige: 2014 hat der Bus eine Auszeichnung im Rahmen des Fahrtziel Natur-Award  erhalten.

Wer den Bliesgau mit dem Bus selbst erfahren will: Bis Oktober fahren die Natur- und Landschaftsführer mit, und der nächste Termin ist am 5. Juni.