Das braucht man im Saarland nicht! Denn der Teufel ist schon da. Genauer gesagt findet man ihn in der Klosterkirche der Benediktinerabtei in Tholey. Er sitzt auf der zweiten Säule von rechts. Hier würde man ihn am wenigsten vermuten. Warum ist er wohl hier?

Himmel und Hölle, Gut und Böse gehören zusammen und das sollte auch schon damals in der Kirche ausgedrückt werden, so erklären es Einwohner vor Ort. Meine persönliche Erklärung: Er will wohl, dass ich mich mit meinen dunklen Seiten auseinandersetze. Hat nicht jeder etwas Dunkles und Helles in sich? Beim genauen Hinsehen ist er für mich eher ein lächelndes Teufelchen, das Mut und Hoffnung in schwierigen Lagen erzeugen soll. Vielleicht hat der Steinmetz von damals kein Geld für seine Handwerkerrechnungen erhalten und darum fand das Teufelchen hier seinen versteckten schelmischen Platz. Das fast überirdische Lächeln kann aber auch durch den Verwitterungsprozess entstanden sein.  Jedenfalls ermöglicht er mir eine besondere Sicht: Auf den Blickwinkel kommt es immer an! Alles kann man sowohl negativ als auch positiv beleuchten. Der Steinmetz, der das Teufelchen in den Stein meißelte, hatte nach meiner Theorie eine positive Sicht und eine fröhliche, gute Zeit in Tholey, ganz sicher! Dieses Lächeln färbt ab – auch ich lächle nun. „Ist das nicht toll, im Saarland, da lacht der Teufel sogar schon“.

Die Benediktinerabtei gilt als das älteste Kloster auf deutschem Boden.