Los geht´s, ich hefte mich an Frank´s Fersen.

Wir wandern den Grenzblickweg.

Der Grenzblickweg verläuft mal im Saarland und mal in Frankreich. Er hat eine Gesamtlänge von 13,5 km. Ganz schön viel für mich, für Frank eher nicht. Ich hoffe, ich komme auch wegen dem Tempo von Frank mit und gerate nicht schon direkt bei meiner ersten „ Ich wandere mit Frank und werde schlank”- Tour an meine Grenze!

Auf den Höhen des Saargaus direkt an der deutsch-französischen Grenze, im Örtchen Leidingen sind wir, dank Frank, sicher angekommen. Herrliches Wetter. Herrliche Blicke verspricht der Grenzblickweg. Mara und Luisa, die derzeit während ihres Studiums, einen touristischen Einblick in unsere touristische Arbeit erhalten, haben Lust mitzuwandern. Geballte Frauenpower ist super, gerade bei meiner 1. „Ich wandere mit Frank und werde schlank Tour“. 

Auch dieser Wanderweg hat ein Ziel: Er will Premiumwanderweg werden! Ein Blick auf meine Bauchmitte lässt mich wissen, die Entscheidung mitzufahren, war goldrichtig! Auch der Wanderweg  Startpunkt unserer Tour beziehungsweise des Grenzblickweges ist die Heininger Kirche, auf einer Anhöhe auf lothringischer Seite liegend. Hier steht auch das erste von zwei Grenzblickfenstern.

Wir werfen einen Blick hindurch. Wenn wir da drüben sind, dann haben wir den Wanderweg erwandert, verrät mir Frank. Ich schaue erneut durchs Grenzblickfenster, ich will ja schließlich wissen, wo das Ziel liegt. Ich sehe in Luftlinie das zweite Grenzblickfenster auf der saarländischen Seite und eine weitere Kirche. Herrlicher Grenzblick! Leidingen hat zwei katholische Kirchen, wieso?

Der Ort Leidingen und seine Bewohner haben eine geschichtsträchtige Vergangenheit. Am 23. Oktober 1829 wurde in der Grenzkonvention zwischen Preußen und Frankreich eine Grenze durch den Ort festgelegt. Diese Grenze hat sich in den letzten 200 Jahren mehrfach geändert. Seit 1918 gibt es wieder ein französisches und deutsches Leindingen. Und die zweite Kirche musste gebaut werden, wegen dem Konflikt Anfang der Dreißigerjahren zwischen den Nationalsozialisten und Franzosen. Den französischen Bürgern wurde es nicht mehr erlaubt die saarländische Kirche St. Remigius zu besuchen. Man baute Ihnen eine eigene Kirche am Waldrand.

Wenige Schritte weiter führt uns der Grenzblickweg in den Wald. Die Markierungen zeigen auch mir Wanderunerfahrene, den Weg. Diese hat Frank genau im Blick, denn er prüft die Qualität der Infrastruktur auf allen Premiumwanderwegen des Saarlandes. Ein Verirren mit Frank an unserer Seite ist definitiv unmöglich. Während Frank seiner Arbeit während des Wanderns nachgeht, atme ich und auch Mara und Luisa ganz entspannt Waldluft ein und schauen ins Grün.

Wir wandern auf der für uns unsichtbaren Grenze entlang, mal weiter rechts mal weiter links. Mal Saarland, mal Lothringen. Das Licht leuchtet hinein in den Wald. Zeigt das Licht etwa die genaue Grenze?

Zeigt uns etwa das Licht die genaue Grenze?

Zeigt uns etwa das Licht die genaue Grenze?

Wegen dem Namen Grenzblickweg, wegen der Grenze und vielleicht oder auch gerade wegen meinem Gedanken „Gerate ich bei dieser Wanderung an meine Grenze?“ unterhalten wir uns, über unsere Grenzsituationen! Ich bewundere Mara. Früher waren Spinnen ihr größter Feind. Heute jedoch kann sie alle, egal ob klein oder groß fangen, über ihre Hand laufen lassen und ins Freie setzen. Also ich brauche hierfür definitiv noch ein Küchentuch und nett bin ich meistens auch nicht zu den armen Spinnen. Ich erzähle von einem Besucher in unserem Haus. Ich weiß bis heute nicht, wer mehr Angst hatte: Die Maus in meinem Wäschekorb oder ich, als wir uns in die Augen schauten!Tierisch geht es nicht nur in unserer Unterhaltung zu: Ein Eichhörnchen erklettert einen Baum; zwei Hasen, die vorneweg den Weg entlang hoppeln.

Wir verlassen den Wald, gehen an Feldern entlang. Gehen einen Weg der sanft nach oben führt. Wandern zwischen den Ländern, wir genießen die Blicke über den Saargau. Wie gemalt oder nicht?

Grenzblicke: Hier Blick über den Saargau.

Grenzblicke: Hier Blick über den Saargau.

Aber nicht nur die Fernblicke, sondern auch das Nahe habe ich im Blick. Der Anblick hier verzaubert, wir wandern in einem Tunnelwald. Schön und plötzlich sind wir raus aus dem Wald und stehen mitten vor dem Ihner Weiher. Jetzt baden gehen, das wär’s, aber leider verboten wegen den Fischen und Frank, er prüft ja schließlich den Weg und nicht das Wasser. Traumhaft. Es geht weiter parallel dem Ihner Bach entlang. Für mich das Highlight dieser Wanderung. Märchenhaft schön!

Naturschauspiel auf dem Grenzblickweg.

Naturschauspiel auf dem Grenzblickweg.

Was die Natur uns bietet, einfach unglaublich. Weitere Bilder hier.

Natürlich registriere ich auch die Steine, die anzeigen wieviel Kilometer wir schon gelaufen sind, ich bin stolz, besonders auf mich! Und an manchen Stellen kann man ganz genau sehen: Eben hier und jetzt hier!

Eben dort und jetzt hier!

Eben dort und jetzt hier!

Etwas später mitten auf der Grenze. Wir stehen auf der Straße, Eine Straße, zwei Länder: links ist Deutschland und rechts Frankreich. Die Straße ist wohl ein neutraler Ort, von daher heißt die Straße ganz passend wie ich finde: Neutrale Straße. Wie unterhält man sich wohl hier? Richtig, die Not machte erfinderisch, die Bewohner entwickelten ihre eigene Sprache: das „Leidinger Platt“. Heute höre ich diese moselfränkische Mundart nicht. Schade, keine Menschenseele ist hier. Sicherlich haben sie letzte Nacht gefeiert, das können sie hier gut, wie letztens bei ihrem Dorffest im August. Der Name Leidingen erinnert mich an meinen “Leiden”,und leider auch so manches Strassenschild hier zeigt, warum ich hier bin.

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Okay, immerhin bin ich unterwegs: Wie sagt man so schön, der Weg ist das Ziel!

Das ging ja jetzt wirklich turbomäßig schnell, die zweite Kirche ist geschafft und richtig hinter ihr, da sehen wir: das zweite Grenzblickfenster. Und wer richtig durchschaut, sieht auch hier klar wieder das erste Grenzblickfenster. Ein kurzes Stück und Year …. meine erste „Ich wandere mit Frank und werde schlank Tour“ ist geschafft. Fazit: Ab und an kam ich ins Schwitzen auf meiner 1. Wanderung mit Frank wegen 13,5 Kilometer, wenig Pausen, herrlichem Wetter und wegen den Aufstiegen. Meine Empfehlung: Nicht immer wächst Leckeres am Wegesrand also Rucksackverpflegung nicht vergessen, keine Turnschuhe tragen und es wird eine Fortsetzung einer weiteren Wanderung mit Frank geben, weil ich will werden schl…. !

Ob ich zu Hause wirklich einen Blick auf die Waage machen soll. Ach was, denke ich bei mir, heute hatte ich doch schon genug herrliche Grenzblicke.;-)))