Im Fernsehfilm “ Über das Saarland – himmlische Ansichten von Land und Leuten“ von Alexander M. Groß sehe ich das Saarland aus einer für mich völlig neuen Perspektive. Ich war noch nie so nah dran an manch einer Sehenswürdigkeit. Himmlisch war auch, dass ich Alexander M. Groß einige Fragen zu seinem Film stellen durfte.

Foto: Alexander M. Groß

Worum geht es in deinem Film?

Der Name ist Programm – über das Saarland. Wir fliegen nicht nur mit der Kamera über das Saarland, sondern erzählen auch was über das Land und seine Menschen. Gut 80 Prozent sind Flugaufnahmen, oft in geringer Höhe über Städte, Dörfer und Landschaften, der Rest sind Interviews mit Menschen, die etwas über sich und ihre Heimat das Saarland erzählen. Etwa ein Ranger aus dem Nationalpark, ein Mönch aus Tholey, der Werksfotograf der Dillinger Hütte und auch der einzige Fährmann im Saarland.

Wie lange hast du gedreht?

Mit dem Projekt war ich jetzt – mit Pausen –  dreieinhalb Jahre beschäftigt. Es hat mich selbst überrascht, was da alleine an gefahrenen Kilometern zusammenkommt, wenn man zwischen Perl und Peppenkum unterwegs ist – insgesamt bin ich rund 4200 Kilometer gefahren.

Warum dauert das so lange?

Das liegt daran, dass man nur bei guten Wetter filmen kann. Die Drohne fliegt zwar auch bei Wind oder Bewölkung, aber am schönsten sind die Aufnahmen bei Sonnenschein. Und: man hat eigentlich nur 2, maximal 3 Stunden an einem Tag, um gute stimmungsvolle Bilder zu machen. Das sind der ersten 90 Minuten nach Sonnenaufgang und die letzten 90 Minuten vor Sonnenuntergang.

Wie lange braucht man denn, um einen Kamerakopter zu beherrschen?

Das einfache Fliegen hoch, runter, rechts und links geht relativ schnell – aber wenn es später im Film gut aussehen soll, dann dauert das schon ein paar Monate. Leider ist es nicht so, wie beim Radfahren, wenn man`s kann, dann kann man`s, sondern man muss da immer dran bleiben.

Welche Motive haben dich am meisten beeindruckt aus der Luft?

Vor allem die Industriekultur im Land – die Hütten sind ja von unten schon spannend, aber wenn man dann knapp über einen Hochofen oder ein Fördergerüst fliegt, dann wirkt das nochmal ganz anders. Und Motive, die man schon hundertmal von unten gesehen hat, wirken aus der Luft komplett anders. Zum Beispiel die Ludwigskirche in Saarbrücken, mit dem Platz drumherum, das wirkt aus der Luft betrachtet viel bombastischer als von unten. Ebenfalls beeindruckend war die Stimmung nach Sonnenaufgang im Sommer – eigentlich schade, dass man die so oft verpennt!

Lieber Herr Groß, ich bin heilfroh, dass ich diesen Film nicht verpasst habe.

Denn so manchen Film, hab ich Dank meiner gemütlichen Couch auch mal glatt verpennt. ;-))

Sehenswerter Film. Zu sehen im SR Fernsehen hier.