Der Berg, auf dem ich heute stehe, begann anfangs nur ganz langsam zu wachsen, später schneller. Moment: Kann ein Berg wachsen?
Und wieso am Anfang langsam und dann schneller? Und was war hier, als es diesen Berg noch nicht gab? Jetzt mal langsam!
Klar ist, dass 1913 hier das erste Gestein abgeladen wurde. In größerem Umfang wurde  jedoch erst später ab 1961 hier aufgehaldet. Über einen Schrägaufzug und mit Kippwagen. Als der Berg immer größer wurde, wurde das Gestein mit einer speziellen Bandanlage einem Pipe Conveyor auf das Plateau gebracht. Und so wuchs und wuchs der Berg.
1974 sah es hier so aus:

Foto:RAG-Archiv Saar; Bw Ensdorf Duhamel 1975

Bw Ensdorf Duhamel im Jahr 1975. Foto: RAG-Archiv Saar

Heute so:

Der Berg auf dem ich heute stehe birgt eine große Vielfalt.

Der Berg auf dem ich heute stehe birgt eine große Vielfalt.

Gut, dass bereits schon vor drei Jahrzenten mit der Rekultivierung des Berges angefangen wurde. Ich fühlte mich besonders am unteren Teil des Berges wie in einem Wald.
Auch Wein wächst hier. Der Oberförster Walter Köhler war hierzu der Ideengeber und der damalige Bergwerkdirektor Moritz Rauber, deren Aufgabe es war, die Bergehalde zu begrünen, setzte diese Idee Ende der 60 Jahre in die Tat um. Mittlerweile kann sich der Ertrag auch wirklich sehen lassen: 300 Flaschen „Ensdorfer Sonnenflötz“ werden im Schnitt alljährlich abgefüllt.

Auf dem Weg weiter nach oben sieht man meist nur noch das Gestein. Hier dominiert die Farbe Grau. Mein Sohn spricht es aus: „Ich bin zu Gast auf einem Vulkan, megacool.“ Das Gestein besteht aus Tonschiefer, Sandschiefer, Schluff und Sandstein und enthält nur noch geringe Mengen an Kohle.

Ich bin zu Gast auf einem Vulkan, megacool!

Dieser Berg ist in einem Wandel und birgt eine große Vielfalt.
Oben angekommen auf der Bergehalde, befinde ich mich bereits 150m über dem Saartal. Und seit Neustem kann ich noch weitere 28 Meter hinauf. Das „Symbol der Erinnerung und des Wandels“, das aus einem europäischen Ideenwettbewerb im Jahr 2011 als Sieger hervorgegangen ist, wurde realisiert und ist seit September für die Öffentlichkeit zugänglich. Ich rede vom Saarpolygon, einer Großskulptur aus Stahl. Je nachdem, wo man steht sieht Sie anders aus. Auch von weitem ist sie sichtbar und immer anders.

Das Saarpolygon ist immer im Wandel

Wo man steht, sie immer anders auf einen wirkt: das Saarpolygon.

Immer im Wandel, das Kunstwerk ist die ideale Krone für diesem Berg!

Die Krone für diesen Berg ist das Saarpolygon.

Immer im Wandel, das Kunstwerk ist die ideale Krone für diesem Berg!

Unvermittelt spricht mich ein ältere Mann an und meint: „Heute, ist ihr Glückstag“- Wieso?
Er verkündet mir, dass auf meinem Rücken etliche Marienkäfer Platz genommen hätten. Sicher an die 13! Wow, okay, jedes Kind weiß: Marienkäfer bringen Glück. Beim aufmerksamen Mann bedanke ich mich sehr, steige hoch und sage laut und augenzwinkernd „Glück auf“.

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Ich steige auf und sage: “Glück auf!!!!”

Klar, dass sich hier viele Marienkäfer aufhalten, so sagt man im Bergbau doch beständig „Glück auf!“, und bei diesen Mengen (32 Mio. m3) an Gestein aus dem Bergbau ist eine größere Ansammlung von Marienkäfer mehr als logisch.
Und, was denkt ihr? Hatte ich Glück?

Klar, dass sich hier viele Marienkäfer aufhalten, so sagt man im Bergbau doch beständig „Glück auf!“,

Definitiv von hier oben war mein Glück: mein 360 Grad Rundumblick!
Und der Marienkäfer auf meiner Hand macht sich Startklar zum Fliegen. Und in der Luft ist bereits einer der Haldenflieger, der gerade gestartet ist von der Bergehalde Ensdorf.

Haldenflieger

Und in der Luft ist bereits einer der Haldenflieger, der gerade gestartet ist von der Bergehalde Ensdorf