Seit einigen Wochen ist die Moderne Galerie  in Saarbrücken wegen Umbauarbeiten geschlossen. Im kommenden Jahr steht die Neu-Eröffnung an. Wer nicht so lange warten will, fährt einfach über die Grenze – zum Centre Pompidou nach Metz. Vom Saarland aus ist das Museum nur einen Hüpfer entfernt. Und den habe ich gemacht!

In meinem Kopf die puristische Präsentation der Modernen Galerie, vor Ort dann aber die Überraschung: Schon am Eingang gibt die aufgehende Sonne von Pechstein vor einer grünen Wand den Ton an, in einem anderen Raum strahlt das Blaue Pferdchen vor einer kanariengelben Wand. Auch zarte Farben, wie ein leicht pudriges Grau, kommen zum Einsatz. Die mir bekannten Werke wirken auf mich kraftvoller, und dadurch neu und irgendwie aufregend. Ob mein neues Handy dies alles einfangen kann?

 

Moderne Galerie Centre Pompidou-Metz

Moderne Galerie Centre Pompidou-Metz

 

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Spannend erlebe ich auch die Idee der Kuratorinnen, Kunst mit Zeitdokumenten zu kombinieren: Wer die Ausstellung besucht, macht auch einen Rundgang durch die deutsch-französische Geschichte und die Kunstgeschichte. Was sind die Gemeinsamkeiten zwischen den deutschen und französischen Pionieren der modernen Kunst? Die Unterschiede? Wer hat wen beeinflusst? Diese Fragen stellen sich mir, ohne dass ich besonders darüber nachdenke.

 

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Lehrreiche Momente in Metz, die nicht schulmeisterlich daherkommen: Hier punktet das einzigartige Kooperationsprojekt, kuratiert von Kathrin Elvers-Švamberk, Saarlandmuseum, und Alexandra Müller, Centre Pompidou-Metz, mit Vitrinen, die den Hintergrund durch Dokumente, Briefe oder Fotografien beleuchten.

Für die Schätze aus dem Saarland wurde eine ganze Etage frei geräumt. „Entre deux horizons – zwischen zwei Horizonten“ heißt  die gemeinsam konzipierte Ausstellung mit Gemälden, Skulpturen, Grafiken und Fotografien aus der Zeit des Impressionismus bis heute. Gezeigt werden Werke von Beckmann, Braque, Corinth und Liebermann aber auch von Matisse, Monet und Picasso. Insgesamt sind 240 Kunstwerke in das renommierte Museum nach Lothringen umgezogen.

Für mich hat das Saarland-Museum mit dieser Kooperation seine Komfortzone verlassen – es ist mehr als eine Best-Off-Show im gewährten „Metzer Asyl“, sondern eine (Neu)- Entdeckung der Schätze, die Lust macht, auf die „neue“ Moderne Galerie.

Die Ausstellung ist bis zum 16. Januar 2017 zu sehen.

Mein Tipp:

Das Saarlandmuseum bietet am Samstag, 16. Juli, eine Tagesfahrt von 9:00 bis  16:30 Uhr an – mit Führung durch den Direktor des Saarlandmuseums, Dr. Roland Mönig. Danach haben die Gäste Zeit zur freien Verfügung.
Infos und Anmeldungen bis Donnerstag, 14. Juli, telefonisch unter 0681/9964-234 oder per E-Mail: service@saarlandmuseum.de.
Weitere Termine: 20 August und 15. Oktober.

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