und daraus machte Andrea Dumont Marmelade für ihren Mann und ihre Tochter.

Später kochte sie weitere Sorten für das Frühstückbüffet ihres Familienhotels in der Saarbrücker Mainzer Straße. Schnell experimentierte sie mit ungewöhnlichen Zutaten und Zusammenstellungen. Viele Hotelgäste wollten die leckeren Aufstriche auch kaufen. Ein Verkaufsregal wurde aufgebaut. Die Erfolgsgeschichte ging weiter: Heute betreibt Andrea Dumont die „Fruchteria“ einen kleinen Laden in der Mainzer Straße 5, der zugleich Produktionsort ist.

Probierbar bei der Fruchteria SaarbrückenAndrea Dumont von der FruchteriaVolle Regale Fruchteria SaarbrückenGläser Fruchteria Saarbrücken

 Kaum zu glauben, was alles hier auf kleinstem Raum gezaubert wird: Marmeladen, Konfitüren, Relishes, Sirups. Das alles wird in der „Fruchteria“ selbst und frisch produziert. In den Regalen außerdem: Wein, Porzelan, Schokolade, Limonaden und mehr.

 Handlangerin für einen Vormittag

Wenn man Andrea Dumont zuhört, ist Marmelade kochen ganz einfach. Und wenn man, wie ich, einen Vormittag lang als „Schnibbelhilfe“ bei ihr war, glaubt man es auch. Zuerst die Hygiene: Die „Fruchteria“ ist eine Manufaktur – sprich hier wird in Handarbeit hergestellt – wiegen, schneiden, schälen, schnippeln, vierteln, abmessen, kochen, rühren, abschöpfen, abfüllen und Deckel drauf.

“Obst mit Zucker mindestens über Nacht ziehen lassen. Und nur reife Früchte verwenden.”

Das bedeutet: erst mal Hände waschen und dann die schicke Fruchteria-Schürze anziehen. Ich bekomme gleich den wichtigsten Tipp von Frau Dumont mit: Obst im Gelierzucker mindestens über Nacht ziehen lassen, bei manchen Sorten noch länger, damit das Obst Saft ziehen kann. Deswegen kochen wir heute die Sorte „Exotenfrucht mit Ingwer“, die sie bereits gestern vorbereitet hat.

Zunächst stellen wir Gläser und Deckel bereit und los geht’s. Ganz schnell kommt die Masse aus Zucker und Früchten zum Kochen und wird flüssig. Fix die Gelierprobe gemacht: Dabei gibt man einen Löffel gekochter Marmelade auf einem Teller. Bekommt sie ein Häutchen, wird auch die Konfitüre fest. Die Probe ist fest geworden. Frau Dumont verteilt das Ergebnis gekonnt in die Gläser. Zunächst verschließe ich nur die Gläser, traue mich aber bald die heiße Flüssigkeit zu verteilen. Mit Erfolg – nix verschüttet! Fertig ist die “Exotenfrucht mit Ingwer”, ein Fruchtaufstrich, der auch ideal Weichkäse begleitet.

Unter Exoten

Die Grundprodukte bezieht die Fruchteria vom örtlichen Großmarkt und aus den Obstgärten rund um Saarbrücken. Leider hat das Wetter am Vortag nicht mitgespielt: Es hat geregnet, und die Mirabellenernte aus einem privaten Garten in Altsting direkt hinter der Grenze ist buchstäblich ins Wasser gefallen. Es ist vielleicht besser so: Ich liebe Mirabellen und hätte bestimmt genascht.

Rührend mein Einsatz

Rührend mein Einsatz

Es bleibt heute also exotisch: Bananen schälen, schneiden und Vanilleschoten auskratzen für „Banane Vanille mit Schuss“. Gelierzucker abwiegen, „Korn“ abmessen, alles zu den Bananen und den großen Behälter schließen. Zum Nachkochen: Das Rezept gibt’ s am Ende des Blogs.

Nächste Sorte: Ich schneide Ananas, viertle sie, entferne den Strunk, schneide das Fruchtfleisch heraus und schneide diese in kleinen Stücken. Weiter mit der Physalis: Sie wird aus ihren lampion-ähnlichen Blättern herausgenommen und einmal geteilt. Dazu Minzblätter, die in dünnen Streifen geschnitten werden. Ab in den großen durchsichtigen Behälter mit Zucker und Ferdinand’s Saar Dry Gin.

Stillleben in der Fruchteria

Stillleben in der Fruchteria

Explosion für die Sinne

Explosion für die Sinne

 

Letzte Sorte: Kumquat waschen, den kleinen Stiehl entfernen und vierteln. Die restliche Prozedur ist mir mittlerweile bekannt – Zucker wiegen, rühren und Behälter zu. Ganz en passant erklärt mir Frau Dumont einiges aus Arbeitsschutz und Hygiene. So zeigt sie mir, wie ich das Messer besser halten soll.

Groß im Geschmack

Groß im Geschmack

 Marmelade oder Konfitüre?

Übrigens gibt es bei Frau Dumont schon lange keine Erdbeere-Marmelade mehr. Und es wird keine mehr geben. Sie wurde aus allen Regalen von der EU verbannt: Gemäß EU Richtlinie darf lediglich Fruchtaufstrich, der aus Zitrusfrüchten besteht, als Marmelade bezeichnet werden. Alles andere fällt dann unter Konfitüre. So steht es in der „Konfitürenverordnung“ aus dem Jahr 2003. Ob nun Marmelade drauf steht oder nicht, ist jedoch zweitrangig. Denn bei aller Definition zählt zum Schluss nur, dass es schmeckt. Und das tut es bei Frau Dumont.

Noch mehr Genuss aus dem Saarland im Netz auf www.kulinarisches.saarland.de

Frau Dumonts Rezept für Banane-Vanille mit Schuss

  • 1.700 g sehr reife Bananen
  • 1 Vanilleschote
  • 300 ml Korn
  • 250 ml Wasser
  • 1.125 g Gelierzucker 1:2
  • Bananen schälen und in Stücke schneiden, Vanilleschote auskratzen und alle Zutaten in einen Topf geben, 12 Stunden ziehen lassen, danach kochen, pürieren und in saubere Gläser abfüllen.

Adresse: Mainzer Straße 5, 66111 Saarbrücken

Öffnungszeiten

  • Montags geschlossen
  • dienstags bis freitags von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
  • samstags von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Termin für alle Naschkatzen und süße Früchtchen: Am 5. September macht die „Fruchteria“ beim Nachbarschaftsfest „Quartier Mainzer Straße“ mit. Von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr können alle Fruchteriaprodukte am Stand verkostet werden.